Der Kopfstoß

Der sehr vorteilhafte Kopfstoß ist ebenso wie der Contre-Stoß in seiner Beherrschung der Wunschträum eines jeden Billardfreundes.

Der Kopfstoß, der sehr häufig Anwendung finden kann, soll jedoch erst dann geübt werden, wenn die vorher beschriebenen Übungen gründlich beherrscht werden. Er findet dort Anwendung, wo alle drei Bälle in einer Richtung dicht beisammen stehen oder der Spielball und Ball 2 zusammen sind. Ball 3 muß sich dann so in der Nähe von Ball 2 befinden, daß er in seiner Richtung zum Spielball von Ball 2 mehr oder weniger verdeckt ist. In dieser Stellung würde ein anderer Stoß nicht zum gewünschten Ziel führen.

Beim Kopfstoß unterscheidet man zwei Arten. Um aber den neuen Billardfreund nicht mit allzuviel Namen zu belasten, wollen wir diese beiden Arten, das sind der Pique-Stoß und der Masse-Stoß, nicht näher beschreiben. Eine ausführliche Behandlung des Kopfstoßes im allgemeinen wird daher genügen. Besonders erwähnt sei, daß dieser etwas schwierige Stoß sehr sorgfältig geübt werden muß. Drei wichtige Punkte sind dabei zu beachten:

  1. Der stehende Bock der linken Hand muß absolut ruhig und sicher während des Stoßes bestehen bleiben.
  2. Die rechte Hand darf das Queue nur mit dem Handgelenk und nicht mit dem ganzen Arm zu einem leichten Stoß führen.
  3. Der Ball muß an der richtigen Stelle anvisiert werden, um die Drehung und Richtung zu erhalten, die man erwartet.
Kopfstoß - Billard lernen

Beim Kopfstoß ist der Stützpunkt für den Bock diesmal nicht die ganze Hand, sondern nur die drei gespreizten und sehr steil stehenden Finger (Ring-, Mittel- und Kleiner Finger) der linken Hand. Der gestreckte Daumen und der abgebogene Zeigefinger bilden die senkrechte Führungsrille für den Queue. Dieses wird dann von der rechten Hand in der Führungsrille gehalten.

Wie weit diese Rille mehr oder weniger vom Körper weggedreht wird, ist von der jeweiligen Ballstellung abhängig. In der Regel ist jedoch die Handfläche mehr dem Spielball und der Handrücken mehr dem Körper zugekehrt, wobei der Oberarm, soweit es die Stellung erlaubt, am Körper ruht.

Die rechte Hand faßt das Queue ähnlich wie beim Speerwurf. Bei der in der Abbildung gezeigten Stellung so, daß Daumen und Zeigefinger, die das Queue leicht halten und führen, zum Queueende zeigen. Die anderen Finger liegen am Queue an und bewirken, daß mit einem leichten Druck zur linken Hand das Queue beim Stoß nicht aus der Rille des Bockes herauspendelt.

Es ist am besten, wenn man diesen Stoß erst ohne Ball übt. Man beachte, daß dieser Stoß ohne große Kraftanstrengung ausgeführt wird. Es besteht die Gefahr, daß die rechte Hand durch das Halten des Queue ermüdet und der Stoß nicht mehr aus dem Handgelenk ausgeführt wird. Man setze daher während des Übens öfter ab. Der Stoß muß, sobald das Queue den Ball angeklopft hat, abgefangen werden. Wird diese Grundregel nicht beachtet, so ist damit nicht nur ein Mißlingen des Stoßes gegeben, sondern zuweilen wird auch das Billardtuch verletzt. Dies führt dann zu Unannehmlichkeiten. Abgesehen davon wird ein Aufstoßen des Queue auf das Billard unangenehmes Aufsehen erregen. Darum müssen vor diesem Stoß alle übrigen gründlich beherrscht werden, um so auch ein feines Ballgefühl zu erlangen. Wer jedoch die hier gegebenen Ratschläge und den beschriebenen Vorgang genau befolgt, wird bei entsprechender Übung auch den Kopfstoß fehlerfrei ausführen können.

Wir treffen den Spielball ohne Effet, also in der Mitte am Rand. Der Ball wird durch die Kraft des Stoßes nach vorn gedrängt, läuft aber dann auf Grund seiner entgegengesetzten Drehung zurück. Wird der Ball mit Effet gespielt, so vollzieht sich der Rücklauf in Form eines leichten Bogens. Man gibt, stehen die Bälle rechts vom Spielball, Rechtseffet und umgekehrt entsprechend Linkseffet. Durch diese Wirkung wird bei Beherrschung des Stoßes eine sonst kritische Stellung gemeistert.